Balkonkraftwerk anmelden: So gehst du vor
Für ein übliches Steckersolargerät ist die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur Pflicht. Erfüllt die Anlage die Voraussetzungen des § 8 Absatz 5a EEG, darf keine zusätzliche Meldung an den Netzbetreiber verlangt werden. Ein Speicher oder eine andere Anlagenkonfiguration kann zusätzliche Schritte erfordern.
Eine frühere Fassung verlangte pauschal zwei Anmeldungen und enthielt missverständliche Aussagen zum Zähler. Das ist für den unten beschriebenen Standardfall nicht richtig. Die MaStR-Registrierung ist außerdem keine Erlaubnis des Vermieters und kein Nachweis einer fachgerechten Installation.
1. Prüfe, ob dein Gerät unter die vereinfachten Regeln fällt
§ 8 Absatz 5a EEG nennt folgende Voraussetzungen für ein oder mehrere Steckersolargeräte zusammen:
- installierte Modulleistung insgesamt höchstens 2 Kilowatt (2.000 Wp DC),
- Wechselrichterleistung insgesamt höchstens 800 Voltampere (VA AC),
- Betrieb hinter der Entnahmestelle eines Letztverbrauchers,
- Zuordnung zur unentgeltlichen Abnahme: Überschussstrom wird ohne Vergütung ins Netz abgegeben.
Die Werte gelten nicht je Steckdose. Wp beschreibt die Modulleistung unter Prüfbedingungen; VA ist die Scheinleistung des Wechselrichters. Die häufige Kurzform „800 Watt“ ersetzt nicht die Prüfung des Datenblatts. Technische Anschluss-, Produkt- und Sicherheitsanforderungen gelten unabhängig von der vereinfachten Registrierung.
2. Registriere die Anlage im Marktstammdatenregister
Die Registrierung ist kostenlos. Sie muss grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen. Verwende ausschließlich das offizielle Portal; kostenpflichtige Vermittler sind nicht notwendig.
- Öffne das Marktstammdatenregister und lege bei Bedarf ein Benutzerkonto an.
- Registriere dich als Anlagenbetreiber und wähle den aktuellen Registrierungsweg für ein Steckersolargerät.
- Halte Standort, Inbetriebnahmedatum, Zählernummer sowie die gesamte Modul- und Wechselrichterleistung bereit. Übernimm die Werte aus den Herstellerunterlagen.
- Folge den Hinweisen des Portals. Die Benutzeroberfläche kann sich ändern; die amtlichen Erläuterungen haben Vorrang vor Screenshots älterer Anleitungen.
- Prüfe die Eingaben und speichere die Registrierungsbestätigung und MaStR-Nummer.
Eine Checkliste für Unterlagen und typische Eingabefehler hilft dir bei der Vorbereitung.
3. Zählerwechsel: Registrierung und Messung sind getrennte Themen
Ein alter rückwärtslaufender Zähler darf beim gesetzlichen Steckersolar-Standardfall übergangsweise bis zum Austausch weiterverwendet werden. Das ist keine dauerhafte Befreiung von einem geeigneten Zähler. Der zuständige Messstellenbetreiber erhält die Informationen über die Registrierung und kümmert sich um den erforderlichen Wechsel.
Für den Standardfall musst du nicht erst auf den Zählertausch warten. Der reguläre Austausch wird über den Messstellenbetrieb abgewickelt. Zusätzliche Arbeiten an einer veralteten Elektroinstallation sind davon zu unterscheiden und können Kosten verursachen. Kläre solche Arbeiten mit einer Elektrofachkraft und dem Messstellenbetreiber; ändere nichts selbst am Zählerschrank.
4. Diese Fälle musst du gesondert prüfen
- Speicher: Ein netzgekoppelter Batteriespeicher kann eine eigene Registrierung und zusätzliche Abstimmung mit dem Netzbetreiber erfordern. Siehe Einordnung zu Steckersolar mit Speicher.
- Erweiterung oder mehrere Geräte: Die Leistungen müssen zusammen betrachtet und geänderte Registerdaten aktualisiert werden. Oberhalb der Grenzen ist nicht einfach derselbe vereinfachte Weg anwendbar.
- Einspeisevergütung: Wer Vergütung statt unentgeltlicher Abnahme möchte, muss das gesonderte Verfahren und die Messung klären.
- Mietwohnung oder WEG: Eine nötige Zustimmung für die Montage ist vorab separat einzuholen. Das Recht, Erlaubnis zu verlangen, ist keine Erlaubnis, ungefragt zu installieren. Siehe Mieter-Ratgeber.
Häufige Fragen
Muss ich den Netzbetreiber zusätzlich informieren?
Für Geräte, die alle Voraussetzungen des § 8 Absatz 5a EEG erfüllen, können zusätzliche Meldungen nicht verlangt werden. Bei Speichern und anderen Konfigurationen ist die Situation gesondert zu prüfen. Netzbetreiber und Stromlieferant sind übrigens nicht dasselbe Unternehmen.
Was ist, wenn ich die Anmeldung vergessen habe?
Hole sie mit dem tatsächlichen Inbetriebnahmedatum nach und kläre Unstimmigkeiten mit der Bundesnetzagentur. Eine unterlassene Registrierung kann rechtliche Folgen haben. Ob und wie ein Versicherungsvertrag betroffen ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Brauche ich eine Elektrofachkraft?
Die vereinfachte Registrierung sagt nichts darüber aus, ob deine Steckdose, der Stromkreis oder die Montage geeignet sind. Halte dich an die Herstellerunterlagen und lass unklare oder veraltete Installationen fachlich prüfen. Keine Arbeiten an Verteilung, Schutzorganen oder Zähler in Eigenregie.
Quellen und Grenzen
- EEG § 8 Absatz 5a – Anschluss von Steckersolargeräten
- MaStRV § 5 – Registrierung von Einheiten
- Verbraucherzentrale – Steckersolar, Anmeldung und Messung
Allgemeine Orientierung für Deutschland, keine individuelle Rechts- oder Elektroberatung. Korrektur melden.
Nächste Schritte
Ertrag für deinen Balkon schätzen · Förderbedingungen prüfen · Zustimmung zur Montage klären